Der Einstieg      Die Sicherheit      Lernwege

Der Einstieg

Die ersten Schritte

Fesseln lernen beginnt nicht mit komplizierten Mustern. Es beginnt mit dem Umgang mit Seil, Körper und Bewegung. Am Anfang ist es meistens besser, im Stehen zu fesseln. So kann man sich frei um das Model bewegen, das Seil sauber führen und die eigene Körperhaltung besser kontrollieren. Wer am Boden hockt oder herumkriecht, verliert schneller die Übersicht. Das Seil verheddert sich leichter, die Spannung wird unruhiger und die Haltung des Fesselnden wird oft schlechter.

Zu den ersten Schritten gehören einfache Dinge, die später alles bestimmen: das Seil ordentlich aufnehmen, die Seilenden kontrollieren, gleichmässige Spannung halten, Abstand zum Körper spüren und das Seil so führen, dass es nicht schneidet oder unkontrolliert verrutscht. Eine gute Fesselung entsteht nicht dadurch, dass möglichst schnell eine Figur fertig ist. Sie entsteht, wenn das Seil ruhig läuft, der Körper beobachtet wird und jede Bewegung einen Zweck hat.

Bei Shibaku steht deshalb nicht die Jagd nach möglichst vielen Fesselungen im Vordergrund. Mich interessiert das Handwerk dahinter. Wie stehe ich zum Model? Wie bewege ich mich um den Körper? Wann ziehe ich, wann gebe ich nach? Wo darf Druck entstehen und wo nicht? Warum wirkt eine einfache Oberkörperbindung oft stärker als eine komplizierte Form? Solche Fragen sind für den Einstieg wichtiger als spektakuläre Abläufe.

Wer sauber beginnt, kann später freier arbeiten. Aus einfachen Grundlagen entstehen bessere Linien, klarere Spannung, mehr Ruhe und mehr Sicherheit. Der Einstieg ist der Punkt, an dem aus einem Seil mehr wird als Material. Es wird zu einem Werkzeug für Verbindung, Gestaltung und bewusste Führung.

Es ist mir eine Freude, deine Bücher in meiner Sammlung zu haben. Ich werde sie als Schatz aufbewahren.

Nicole aus Deutschland, 2022, verifizierter Kauf